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May 18 2012

andreame
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Saubere Wände sind höhere Mieten (Foto von Phreak 2.0, http://www.flickr.com/photos/phreak20/)
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May 17 2012

Für faire Handys unterschreiben!

Südwind hat eine Email-Petition für faire Arbeitsbedingungen in der Handy-Industrie gestartet. Mitmachen dauert nur eine Minute. 

Nokia, Apple, HTC, Samsung, Panasonic, Huawei, LG, Alcatel, Emporia, Motorola, Sony und Blackberry werden darin aufgefordert, Handys unter fairen Bedingungen produzieren zu lassen (via). Das ist bitter nötig, Südwind schildert die Situation so:

Anstrengende Arbeit am Fließband, winzige Unterkünfte, menschenunwürdige Löhne: So sieht die Realität der ArbeiterInnen in den Handy-Fabriken Südindiens aus. Ein Südwind-Team war im März vor Ort, um einen Einblick in das Leben der Menschen zu gewinnen, die unsere Mobiltelefone produzieren. Während die ArbeiterInnen ausgebeutet werden, wachsen die Umsätze der Handy-Unternehmen. Im vergangenen Jahr wurden alleine in Österreich 3 Millionen Handys verkauft. Von der Gewinnung der Rohstoffe für die Telefone bis hin zum Recycling: Südwind ersucht die Handy-Hersteller sicherzustellen, dass im gesamten Kreislauf Menschen- und Arbeitsrechte eingehalten werden.

Ich habe gleich unterschrieben. Ja, auf die Gadgets lässt sich nicht so leicht verzichten, aber allemal dafür eintreten, dass die Produktionsbedingungen dieser anders werden. Ich finde es gut, dass in den letzten Jahren immer mehr auch die Produktionsbedingungen unserer Technik zum öffentlichen Thema werden. 

Wenn du auch unterschreiben magst:

E-Mail-Petition: Notruf für faire Arbeitsbedingungen in der Handy-Produktion

Bild: 
Sad Handy
Blogbildrechte: 

Flick CC by Ron Bennetts

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Ad God as friend on facebook – SpiriNight für Firmlinge

Gott mitten in der Lebenswelt von Jugendlichen, auf Facebook. Andreas Fürlinger berichtet vom einem Workshop für Firmlinge, wo Neues ausprobiert wurde.

Clara Hirschmanner und ich hatten das Vergnügen, bei der diesjährigen SpiriNight 2012 einen Workshop für Firmlinge zu halten. Die SpiriNight ist eine Spirituelle Nacht für Firmlinge mit Workshopangeboten und Gottesdienstfeier im Dom.

Angestachelt und mit Unterstützung von Andrea Mayer-Edoloeyi, Social Media Managerin der Diözese Linz, begannen wir unsere Planungsarbeit. Zu Beginn legten wir so wenig als möglich fest. Nämlich den Titel und die Ausschreibung des Workshops. “Ad God as friend on facebook” wurde unser Titel, der Rest lautete: “Neue FreundInnen auf Facebook – gefällt mir. Reden über Gott und die Welt – gefällt mir. Wir basteln gemeinsam was im Internet. Bring’ unbedingt dein internetfähiges Handy oder deinen Laptop mit!”

Relativ schnell stand fest, dass es eine Facebook-Seite werden sollte, die wir gemeinsam mit den Firmlingen gestalten. Die Überlegungen von Clara waren unter anderem:

  • Gott via Facebook erleben
  • Gemeinschaft
  • Anerkennung
  • Bestätigung
  • Teilen - Fotos, Videos
  • Individualität
  • Anstupsen
  • Leute schaffen von sich selbst ein Bild, wie sie sein möchten.
  • Konkurrenz um die Likes bei neuen Pics.
  • Besinnung auf meine Einzigartigkeit.
  • Massenmedien führen zur internationalen Standardisierung: Bsp. Serien.
  • Eigene Individualität und Kultur gefährdet.
  • Spuren Gottes suchen mitten im Alltag.

Am Ende hatten wir uns entschlossen, die Seite “G*d” bzw. “godasfriend” zu nennen. Die 15 Firmlinge, die kamen, arbeiteten in fünf Dreiergruppen zu diesen Bereichen der Seite: Titelbild, Profilbild Info Albumfotos Welche FB Seiten passen dazu (Gefällt mir-Angaben der Seite) Chronik/Posts/Meilensteine.

Screenshoot

Wir hatten einen tollen Raum im Bischofshof zur Verfügung, ausgestattet mit WLAN, Beamer, genug Platz auf Tischen zum workshopen. Zu Beginn der Gruppenphase befreundeten wir uns mit den Firmlingen auf facebook, machten sie zu AdministratorInnen der Seite und legten dann los. Obwohl manche von ihnen nur Handys zum Arbeiten hatten (Missverständnis in der Organisation – die Firmlinge sollten einen Laptop mithaben), entstand ein ganz guter Anfang für eine Seite von “Gott”, von denen es übrigens mehrere gibt. Ein sehr schönes Titel- bzw. Profilbild wurde gefunden, Bilder mit Bibelversen, ein Fotoalbum “Natur” und Fotos der Firmlinge beim Workshop wurden auf der Seite gepostet. Die Info wurde knapp befüllt mit “Aufgabe: Menschen helfen. Beschreibung: Gott bewahrt uns vor so manchen Fehltritten. Produkte: Frieden.” Bei den “Gefällt mir” Angaben der Seite fanden sich am Ende “Jahwe”, “Real Madrid CF”, “Gott”, “chillen” sowie “Judentum”. In einem Post am Ende des Workshops wurde noch darüber abgestimmt, wo bei der Heimfahrt eingekehrt werden sollte.

Wir baten die Firmlinge im Alter von 13 bzw. 14 Jahren natürlich auch um ein ehrliches Feedback. Dazu wählten wir die “Daumen hoch” Methode. Wer den Workshop wieder machen würde und wem dieser gefallen hatte, der sollte den Daumen hoch zeigen, wer es nicht wusste, die Mittelposition wählen und wem es nicht gefallen hatte, der sollte den Daumen nach unten zeigen. Wir fragten, wie es gewesen wäre, hätten alle einen Laptop zum Arbeiten gehabt (denn das war schon ein starkes Handicap). Sehr erfreulich, dass fast alle Daumen oben waren. Die Rückmeldungen waren ungefähr “Cool, dass man sich auch auf diese Art mit Gott und dem Glauben beschäftigt”.

Der Abschluss der SpiriNight war ein Gottesdienst im Neuen Linzer Dom.

Würde ich den Workshop wieder machen? Auf jeden Fall. Nur die Organisation bzw. die Zusammenarbeit mit der Pfarre müsste besser klappen.

Jetzt bleibt die Frage: Wo ist diese Facebook-Seite zu sehen? Ein Firmling (Seiten-Admin) hat die Veröffentlichung der Seite zurückgezogen. Das nehmen wir natürlich ernst. Da wir vergessen hatten, sie zu fragen, wie es mit der Seite weitergehen soll, halten wir uns nun an diesen Schritt des Jugendlichen. Aber es wäre durchaus denkbar, die Seite weiterzubetreiben, sie ein wenig umzugestalten und ihr noch mehr Leben einzuhauchen. Denn bestimmt würde es dem oder der einen oder anderen gefallen, mit Gott auch auf facebook befreundet zu sein. Oder?

[Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Blog von Andreas Fürlinger. Danke für die Möglichkeit, ihn hier zu übernehmen!]. 

Bild: 
Spirinight
Blogbildrechte: 

www.firmung.at / privat

AutorIn Bild: 
Über den/die AutorIn: 

Andreas Fürlinger. Theologisch, wirtschaftlich, musikalisch und journalistisch gebildeter Onliner, digital resident, in sozialen Netzwerken aktiv, Blogger; ehrenamtlich engagiert; kulturell und politisch interessiert. Derzeit Lehrer, Klassenvorstand, in Ausbildung zum Referenten in der Ehevorbereitung, Mitarbeit in der Pfarre Ottensheim.

May 15 2012

ZOOM Handyfilmfestival, die Zweite

Martin Loishandl stellt im Gastbeitrag das ZOOM Handyfilmfestival vor, das es heuer zum zweiten Mal gibt. Tolle Idee und tolle Preise! 

Viele Jugendliche benutzen in diesen schnellen Technologiezeitalter immer mehr gut entwickelte Medien. Auch Handys, die unter den Jugendlichen zu den beliebtesten und meist genutzten Medien gehört. Jugendliche nutzen das Handy nicht nur als reines Kommunikationsmedium sondern auch als Fotoapparat, Radio und Kamera. Viele dieser Alltagsdinge haben immer bessere entwickelte Kameras und wie es immer wieder durch alle Medien läuft werden diese auch genutzt.

Leider aber sehr oft mit bitteren Beigeschmack. MitschülerInnen, ArbeitskollegInnen oder Fremde werden gemobbt, geschlagen und erniedrigt und dabei gefilmt. Diese Videos werden unter den Jugendlichen ausgetauscht. In den schlimmsten Fällen landen diese Filmchen dann im Internet und teilen den makaberen Spass mit der Community im Netz. Betroffene werden zweimal geschädigt, durch die körperliche oder psychische Gewalt und durch das Veröffentlichen dieser Tat. Weiter werden auch Mutproben oder selbstgemachte und immer wieder gefährliche Stunts dokumentiert. Im Vordergrund steht die Triebfeder der Aufmerksamkeit, das Dabei sein wollen oder etwas Besonderes sein. Auch gefährliche extremistische Meinungen und Pornographie ist am Medium Handy weit verbreitet und jugendlicher Alltag. Meistens sind die Jugendlichen mit diesen Themen und Grenzüberschreitungen auf sich allein gestellt und überfordert.

Mit dem Handyfilmfestival möchten wir dem Medium Handy auch eine kreative Komponente den Jugendlichen näher bringen. Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 können ihre mit dem Handy gefilmte Clips online auf http://www.zoomfestival.at einreichen.

Dazu gibt es drei Alterskategorien (-16, 17-20 und 21-26) in denen die drei besten von einer Jury gekürt werden. Zu gewinnen gibt es Kino und Mediathekgutscheine. Doch auch die gesehenen Filmchen können geliked werden und der mit den meisten Herzen bekommt den Publikumspreis, Kopfhörer und Iphonehülle im Wert von 100 Euro zu Verfügung gestellt vom Geschäft Genuine! Die Filme können bis zu 3 Minuten dauern und dürfen natürlich nur mit dem Handy gemacht worden sein. Sonst gibt’s keine Grenzen, nicht am Genre oder an der Aufmachung, geschnitten oder in einem durch ob mit Drehbuch und Schauspielern, spontan oder ein Selbst gestaltetes Musikvideo. Thema zur Inspiration gibt’s auch „Traum und Wirklichkeit“

Weitere Infos und Antworten gibt es auf http://www.zoomfestival.at.
Kontakt: Jugend und Lehrlingszentrum ZOOM, 067687763652

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Zoom Handyfilmfestival
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Zoom Handyfilmfestival

AutorIn Bild: 
Über den/die AutorIn: 

Martin Loishandl, Jugend und Sozialpädagoge, arbeitet im Jugend und Lehrlingszentrum ZOOM. 1980 geboren und in der Pfarre St. Konrad sozialisiert in Sachen Jugend und in dem Bereich alles mögliche gemacht. Vor der Jugendarbeit war ich Pflegehelfer im AKH. Verheiratet und Vater von einer Tochter. Liebe Filme, Kino (Moviemento) und Blau Weiss Linz.

May 14 2012

Hach, schön war es, das #Relicamp12

Inspiration - Vernetzung - Weiterdenken. Von 11. - 13. Mai 2012 fand in Frankfurt/M. ein Barcamp zu Kirche, Religion und Social Media statt.

Alex Ebel geht es offenbar wie mir. Über so ein Barcamp, wo so viele verschiedene Inspirationen in Sessions auf einen einfließen, in nur einem Blogeintrag zu beschreiben ist fast unmöglich. Auch ich werde einfach in den nächsten Tagen und Wochen einzelne Aspekte aufgreifen und hier verbloggen. Heute möchte ich nur die Stimmung und einige Highlights berichten. 

Für alle, die nicht wissen, was ein Barcamp ist: Das ist eine Un-Konferenz ohne fixes Programm. JedeR ist Expertin und trägt etwas bei. Genauer erklärt ist das z.B. hier

Barcamp sind die Menschen. Zusammenkommen, alte Bekannte wiedertreffen, neue Leute kennenlernen, Menschen das erste mal Face2Face sehen, die ich übers Web kennengelernt habe. #Hach.

Barcamp ist eine Quelle von Inspiration. Ja, zwar trudeln tagtäglich viele Infos zum Thema Kirche und Internet bei mir übers Web ein, doch so eine Veranstaltung ist die Gelegenheit bei manchem genauer und direkt nachzufragen und Neues zu entdecken. Nicht alles, was ich dabei kennengelernt habe, wird sich wohl hier in Linz vor Ort umsetzen lassen, doch ich habe mein Reportaire der Möglichkeiten wieder ein Stück weit erweitert. Das ist gut so. Irgendwie geht nur miteinander da einen Überblick zu wahren. 

Barcamp ist Feedback. Ich habe selbst (unter anderem) Bausteine der Social Media Strategie der Diözese Linz (Slides) vorgestellt. Das war zum einen höchst spannend, dass direkt im Vergleich zu den Social Media Aktivitäten der evangelischen Landeskirche der Pfalz zu sehen und Feedback zu bekommen. Unter anderem war mir hilfreich, zu hören, dass ich wirklich unmissverständlich klar stellen muss, dass es im Social Web um personale Kommunikation geht und Kirche als Institution das maximal supporten kann. Danke für die kritische Rückfrage, @herrlabrig

Barcamp ist Ökumene. Es ist einfach toll, wenn im gemeinsamen Tun, Diskutieren und Denken von ChristInnen unterschiedlicher Konfessionen soviel entsteht. Von diesem aktiven Austausch können wir alle nur profitieren. 

Barcamp ist Aktion. Das war vor allem die Aktion #70Prozent, wo ich die Beteiligung nachdrücklich empfehlen möchte. 

Barcamp ist Feiern. Der Twittergottesdienst #rctg12 am Sonntag war ganz anders als letztes Jahr, aber wieder sehr, sehr stimmig. Besonders hat mir die Verbindung mit der evangelischen Gemeinde vor Ort gefallen: Die einen haben getwittert, die anderen auf Zettel geschreiben, die dann abgetippt wurden und auch raus gingen. Ja, online und offline geht zusammen und das Besondere dran ist, dass damit das Innen und Außen fließend wird, wie die Reaktionen zeigen. Gut vorbereitet, kann so etwas offenbar manche vermeintliche Barrieren zwischen den doch recht verschiedenen Milieus und Altersgruppen überwinden. Die Ausrichtung auf Gott, das gemeinsame Feiern und Beten trägt. Ich empfinde das Twittern während des Gottesdienstes nicht als Ablenkung, sondern als Ergänzung und Vertiefung. Manches erschließt sich tiefer, wenn ich es nicht nur höre, sondern auch mitlesen kann. Selbst bei den Kids in der Reihe vor mir wurde das offenbar - nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte - auch so wahr genommen. @empeiria hat beobachtet, dass bei einem Konfirmanden die Twitter-App am Smartphone danach im Ordner "Lifestyle" gelandet ist. Hach, ist das nicht schön, wenn Kirche genau da ist? 
Die Tweets und Berichte gibt es gesammelt auf Storify

Inhaltlicher Überblick zum Barcamp: 

  • Mixxt-Community
  • Google Doc mit Übersicht der Sessions und meist mit Links 
  • Etherpad mit einer ziemlich vollständigen Mitschrift 
  • leider nicht ganz vollständige Karte, woher die TeilnehmerInnen gekommen sind

Danke @all, im besonderen aber auch ans Orga-Team des Barcamps! Ohne guten Rahmenbedingungen wäre es nicht gelungen. 

Barcamp Kirche und Social MediaObligatorische Werbeeinschaltung ;-)  
Am 24. November 2012 gibt es in Linz ein Barcamp Kirche und Social Media

Falls es spezielle Wünsche gibt, was ich übers Barcamp in nächsten Zeit genauer berichten soll, ist hier in den Kommentaren Gelegenheit dazu. 

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#relicamp12
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CC by Andrea Mayer-Edoloeyi

#70Prozent

70% der Menschen in Deutschland, der Schweiz und Österreich gehören einer christlichen Kirche an. Darauf weist der Hashtag #70Prozent auf Twitter hin.

Das Projekt 70 Prozent entstand in einer Session und einer Nachtschicht am Relicamp 2012 in Frankfurt [Barcamp-Bericht] in einem ökumenischen Team. Idee dabei ist es, auf Twitter sicht- und spürbar zu machen, dass es viele Christinnen und Christen gibt und Religion für viele zum Leben dazu gehört, auch wenn man/frau gerade auf Twitter manchmal den Eindruck gewinnen könnte, dem wäre nicht so. 

Alle sind eingeladen mitzutwittern und die Reaktionen zeigen, dass Religion offenbar etwas ist, was unbedingt angeht (P. Tillich), positiv wie negativ.  Auf der Projektwebsite http://70prozent.org ist das Projekt erklärt und die Tweets sind nachzulesen. Alexander Ebel erklärt die Intentionen in 100 Sekunden (CC by @zielkost): 

Wie gefällt Dir #70Prozent? 
Lust bekommen, unter #70Prozent mitzutwittern? 

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#70Prozent
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May 10 2012

Im Focus der Kathpress: Social Media

Anlässlich des jährlichen Welttags der Sozialen Kommunikationsmittel am 20. Mai 2012 gibt es einen Überblick zum Thema Social Web.

Die Botschaft des Papstes zu diesem Tag wurde schon im Jänner publiziert, der Tag wird aber im Mai begangen. Die katholische Presseagentur Kathpress hat darum ein Themenpaket zusammengestellt, dass zusammenfasst, was sich in Österreich derzeit zum Thema Kirche und Social Web tut. Es ist hier zu finden. 

Besonders freut mich natürlich, dass die Aktivitäten in Oberösterreich und insbesondere Kirche 2.0 als gutes Beispiel für eine Strategie der Kirche im Social Web angeführt werden. Dieser Beitrag ist hier zu finden. Wer das genauer nachlesen mag, kann in den Blogeinträgen der letzten Wochen hier und hier mal gucken. 

Auch bei der Kathpress tut sich ja einiges in Richtung 2.0. Ein mobiles Angebot wurde schon letztes Jahr geschaffen und ich freue mich schon auf mehr. 

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Welttag der sozialen Kommunikationsmittel
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Flickr CC by-nc-sa Truthout.org

May 09 2012

Authentizität!?

Nicht selten wird der Ruf laut, im Social Web "authentisch" zu kommunizieren. Einige kritische Anfragen und ein Alternativvorschlag.

Bei talkabout läuft gerade eine Blogparade, die nach dem Spannungsfeld von Inszenierung und Authentizität fragt. Mirco Lange möchte wissen, ob es in professionellen Kontexten eine "Pflicht zur Authentizität" gibt. So ein professioneller Kontext ist wohl auch für hauptamtliche MitarbeiterInnen der Kirche gegeben, die ja bei der Kommunikation im Social Web ihre Identität nicht mit dem Einloggen in ein sozialen Netzwerk ablegen. Eine Religionslehrerin bleibt auch auf Facebook eine Religionslehrerin und ein pastoraler Mitarbeiter ist das auch dann, wenn er twittert. Das mag natürlich in anderen Berufsfeldern auch gelten, in besonderem Masse gilt es aber für TheologInnen und sonstige kirchliche MitarbeiterInnen, weil die Aufgabe in der Kirche ohne persönlichen Glauben, der das Leben prägt, nicht denkbar ist. Es geht um Leidenschaft

Nicht selten erlebe ich, dass die spezifischen persönlichen Öffentlichkeiten, die da entstehen im Social Web, gerade für NeueinsteigerInnen irritierend sind. Aber selbst Leute, die schon länger im Social Web aktiv sind, fragen immer wieder danach, wie das zusammengeht. Sollte es einmal flächendeckend Social Media Guideslines in den Kirchen geben, werden diese vielleicht manche Frage beantworten, aber Klärung aller Fragen können so generelle Richtlinien nie sein. 

Authentizität ist ein Stichwort, dass nicht selten auch als Kriterium gelingender Kommunikation kirchlicher RepräsentantInnen im Social Web genannt wird. Und wenn ich mir gelingende Präsenzen im Social Web von Personen wie beispielsweise Abt Martin vom Kloster Einsiedeln oder den evangelischen Landesbischof von Bayern, Heinrich Bedford-Storm anschaue, kommt das Wort schnell in den Sinn. 

Gleichzeitig ist es aber ein mehr als schwammiger Begriff, die philosophisch mehr als umstritten ist. Denn auch wenn ich von Menschen ausgehe, die in Freiheit handeln, ist Authentizität mehr eine - vermutlich typisch spätmoderne - unerfüllbare Forderung an das Individuum als etwas, was jemand wirklich 24/7 sein kann. Das gilt offline wie online, denn selbst wie ich mich kleide ist ja auch Teil einer Inszenierung, bewusst oder unbewusst. Je nach Kontext wechseln Rollen, auch wenn die verschiedenen Rollen, die ich einnehme sich gegenseitig beeinflussen.

Im persönlichen Profil auf Facebook oder im privaten Blog kommen unterschiedliche Rollen zusammen. Genau das ist der Punkt, wo manche den Kontrollverlust fürchten. Antje Schrupp sieht das genau gegenteiligt, sie spricht von einem mehr an Kontrolle: 

Meine Privatsphäre habe ich natürlich weiterhin. Allerdings nicht mehr als Bollwerk gegen die tendenziell böse Welt da draußen, sondern eher als einen Ort, wo ich mit vertrauten Menschen Sachen austausche, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die niemanden etwas angehen. Diesen Raum braucht es. Aber er ist auch durch das Internet überhaupt nicht in Gefahr. Was mich und mein Privates ausmacht, so ist das so reichhaltig und komplex, dass man doch nicht ernsthaft glauben kann, ich würde mich mit zehn Tweets und drei Facebook-Updates am Tag vor der Öffentlichkeit „entblößen“. Es gibt so unvorstellbar viel mehr über mich zu wissen als das, was im Internet nachzulesen ist.
Ich erlebe es jedenfalls so, dass meine Privatsphäre durch die neue Transparenz, die mit dem Internet gegeben ist, eher besser geschützt ist als früher. Ich habe sie nämlich selbst zum großen Teil unter Kontrolle. Ich kann so viel von mir öffentlich preisgeben, dass Spekulationen über meine Person der Boden entzogen wird. Und außerdem kriege ich es heute mit großer Wahrscheinlichkeit mit, wenn jemand schlecht von mir redet – oder auch einfach nur falsch. Ich kann gegebenenfalls eingreifen und versuchen, das schiefe Bild zurecht zu rücken. In der Fülle von Informationen, die es über mich im Internet gibt, und die zum größten Teil von mir selber stammen, kann sich jeder eine eigene Meinung zu meiner Person machen. Niemand ist dabei auf Enthüllungen angewiesen, die andere hinter vorgehaltener Hand über mich machen.
Ich finde, das ist Kontrollgewinn, nicht Kontrollverlust.

Das weisst schon in eine Richtung, in die ich auch weiterdenken möchte. Den Begriff Authentizität finde ich auch in der Themenzentrierten Interaktion wieder. Das ist ein Gruppenarbeitskonzept aus der humanistischen Psychologie. Dort ist von selektiver Authentizität die Rede. Im Kontext des Chairperson-Prinzips heisst es da: 

Sei den eigener Chairman, der Chairman deiner selbst. Das bedeutet: a.) Seid dir deiner inneren Gegebenheiten und deiner Umwelt bewusst. b.) Nimm jede Situation als Angebot für deine Entscheidungen. Nimm und gib, wie du es verantwortlich für dich selbst und andere willst. (Ruth Cohn)

Auf das Social Web hin könnte man/frau also sagen: Das, was Du im Internet kommuniziert muss stimmen, muss echt sein. Aber Du entscheidest, was Du kommunizierst

Mit dieser Grundidee selektiver Authentizität lassen sich viele konkrete Fragen besser klären als mit der Begriff "Authentizität" alleine, den ich ohne nähere Präzisierung eigentlich nicht verwenden möchte. Die Selektivität passiert mir dabei nicht einfach nur, sondern ich kann bei jeder Kommunikationshandlung bewusst auswählen, was ich wo und wie kommuniziere. Das heisst dann eben nicht, dass mein "Privatleben" dann im Social Web nicht vorkommen darf, aber ich entscheide, was ich davon zeige oder auch nicht. Das kann in meinem Fall auch mal ein Urlaubs-Pic sein oder die Tatsache, dass ich heute bei der Friseurin war. Es war mir eben gerade wichtig das mit anderen zu teilen.

Ich nehme da auch bei anderen sehr unterschiedliche Praxen wahr. Diese möchte ich auch nicht unbedingt werten, was da angemessen ist oder nicht. Da können erwachsene Menschen schon selbst entscheiden. Kinder aber brauchen genau da kompetente Begleitung und Unterstützung - vermutlich mehr als sie es bei der technischen Handhabung des Internets brauchen. Ja, und ab und an schüttle ich auch den Kopf, was manche Leute so ins Netz stellen. Wer nicht? 

Der Unterschied des Internets im Vergleich zur analogen Kommunikation ist nun mal, dass es nicht oder kaum vergisst und automatisiert durchsuchbar ist. Ich finde es wichtig und wertvoll, den eigenen Umgang mit persönlicher Öffentlichkeit im Social Web immer wieder zu reflektieren - ganz egal, ob jemand einfach so auf Facebook ist oder über ein professionell aufgezogenes Social Media Projekt nachdenkt. Denn die eigene Reflexion ist wohl auch ein erster Schritt als ChristInnen positive Kommunikationsräume im Social Web mit Anderen zu eröffnen. Paul Wuthe, Medienreferent der Österreichischen Bischofskonferenz hat dafür auf der Tagung "Gott im Web" eine wunderbare Formulierung gefunden: 

Hieß es früher "Seht, wie sie einander lieben", so gelte für die Neuevangelisierung die Neuformulierung: "Seht, wie und was sie miteinander kommunizieren"

Bild: 
authentisch?!
Blogbildrechte: 

Flickr CC by-sa Ed Yourdon

ifttt - Das Klebeband fürs Social Web

Kennst Du ifttt schon? Damit kannst Du das Internet für Dich arbeiten lassen und verschiedene Social Media Kanäle verbinden.

iftttEin Tool zum Automatisieren 

Übersetzt heisst ifttt, if this then that. Also, wenn dies, dann das. Das Tool ermöglicht eine ganze Reihe an Social Media Profilen mit anderen zu verbinden und dabei zu definieren, was genau passieren soll. Die "Rezepte" dafür können auch anderen zur Verfügung gestellt werden. Es gibt hunderte Kombinationsmöglichkeiten.

Ich nutze das Tool derzeit dazu, automatisiert Blogeinträge zu bookmarken. Weitere Ideen gibt es z.B. hier und hier. Luca hat sich u.a. mit Hilfe von ifttt ein eigens Social Media Universum gebaut. 

Das Tool erklärt sich eigentlich aber sowieso von selbst, wer aber unbedingt eine Anleitung braucht, kann ja bei netzwertig mal gucken. 

Aber: Automatisieren ist nicht immer sinnvoll 

Waren möchte ich aber davor, mit ifttt oder auch anderen Tools, die Teile des Funktionsumfangs davon abdecken, alles zu automatisieren. Nach so Automatisierungsmöglichkeiten werden ich immer wieder gefragt, ich bin da recht zurückhaltend - und das hat einen Grund.

So macht es z.B. keinen Sinn Facebook-Postings (egal ob von Seiten oder Privataccounts) einfach so zu Twitter zu schicken. Wenn da dann "Klicke Like" in einem Tweet steht, verursacht das vielleicht ein Lächeln, es zeugt aber nicht von Professionalität. Ich frage mich auch, was jedes Video, dass sich jemand angeschaut hat, in der Facebook Timeline zu suchen hat.

Die unterschiedlichen Kanäle haben eine Eigendynamik und Facebook, Twitter und Google+ sind interaktive, kommunikative Medien und nicht blosse Plattformen, um etwas auszusenden. Ein persönlicher, an den jeweiligen Kanal angepasster Kommentar erhöht nun einfach auch die Chance, dass jemand das Posting bewusst wahrnimmt in der Fülle der Informationen, die auf uns alle tagtäglich eindröhnen. 

Nicht desto trotz: In manchen Fällen ist die Automatisierung sinnvoll und hilfreich - und sei es z.B. für das Backup von Content in der Cloud. ifttt ist dafür ein wirklich wunderbares Tool.

Hast Du ifttt schon gekannt? 
Wo nutzt Du die Automatisierungsmöglichkeiten? 

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Automatisierung
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Flickr CC by ralphbijker

Der Begriff der Digital Natives II

Nachdem ich auf meinen ersten Beitrag zur Frage nach dem Begriff der Digital Natives so viel Feedback bekommen habe (Danke!), möchte ich die überarbeitete Form auch zur Verfügung stellen. Meine Diplomarbeit schreitet also voran, erfreulicherweise nicht nur an dieser Stelle. Beim Text ist aber zu bedenken, dass das ein Abschnitt aus der Arbeit ist, der etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist, weil das davor und das danach hier fehlen. Irgendwann kommt aber sowieso die ganze Arbeit ins Netz..

Was sind Digital Natives? Der Begriff wurde von Marc Prensky geprägt, er greift den linguistischen Begriff der „Native Speaker“ auf und entwickelt ihn weiter. Als „Native Speaker“ werden Menschen verstanden, die in einer Sprache von der frühesten Kindheit aufgewachsen sind. „Digital Natives“ sind nach Prensky somit Menschen, die in einer Zeit erwachsen wurden, wo digitale Technologien wie Computer und das Internet bereits verfügbar waren. Entscheidend ist also das Alter der Personen. Das Gegenteil von „Digital Natives“ sind „Digital Immigrants“, die mit einem „Akzent“ in den virtuellen Welten unterwegs sind. Sie drucken beispielsweise Emails häufiger aus, können Informationen nicht so schnell verarbeiten und sind weniger multitasking-fähig. Prensky erklärt die Unterscheide mit Veränderungen im Gehirn.

Ähnlich wie in der linguistischen Debatte der Begriff der „Native Speakers“ umstritten ist (1), ist es auch der Begriff der „Digital Natives“. Der Begriff der Digital Natives, ebenso wie die synonym verwendeten Begriffe „Generation Y“, „Net Generation“ und „Millenials“, wird von vielen Medienwissenschaftler_innen auf Basis von Untersuchungen des Medienverhaltens kritisch gesehen (2). Ob sich das Nutzungsverhalten von älteren Personen, die intensiv das Social Web nutzen, qualitativ von dem der jüngeren Generation unterscheidet, ist umstritten. Vieles deutet darauf hin, dass das Alter als einziges Differenzierungskriterium auch für diese Frage wie andere gesellschaftliche Fragen nicht geeignet ist. Es gibt auch jüngere Personen, die ein Kommunikationsverhalten von „Digital Immigrants“ zeigen oder sogar „Digital Outsiders“ sind ebenso wie es Ältere gibt, die das Netz in einer Weise nutzen wie es Marc Prensky nur den Jüngeren zuschreibt.

Gründe für das prominente, aber problematische Labeling der Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen nach Susan Herring in der zu starken Erwachenenperspektive, die einen “generational divide” konstruiert. Jan Schmidt spricht davon, dass damit die Vorstellung aus den 1990er-Jahren reproduziert werde, dass Internet sei ein „eigener Raum, ein 'Cyberspace' mit eigenen Gesetzen, Riten und Normen, der losgelöst von der 'realen Welt' existiere“.

Ein anderer möglicher Zugang zu dieser Frage ist nicht eine nutzungs- sondern eine stärker wertorientierte Sichtweise der Menschen, die intensiv das Internet und Social Web nutzen. Bekannt geworden ist dazu im deutschsprachigen Raum der Ansatz des Organisationspsychologen und Unternehmensberaters Peter Kruse, der sich auf der re:publica7 2010 mit dieser Frage beschäftigte. Kruse hat in einer repräsentativen Untersuchung „heavy users“ nach ihren Werten befragt und kristallisierte zwei Gruppen heraus: Die „Digital Residents“ und die „Digital Visitors“. Das Alter ist hier nicht das Unterscheidungskritierium, die Zweiteilung geht quer durch alle Generationen. Es geht bei diesen zwei Gruppen von intensiven Internetnutzer_innen um signifikante Unterschiede in den Werthaltungen und einen unterschiedlichen Umgang mit dem Internet. „Digital Resident“ zu sein nach Kruse, ist eine Werthaltung, kein Geburtsrecht. „Digital Residents“ leben weitgehend - sowohl beruflich wie privat - im Web, sie bringen eine große Offenheit für den Austausch mit und sehen die Online-Kontaktpflege mit anderen Menschen gleichwertig zu Kontaktpflege offline. Sie wollen gestaltend eingreifen. „Digital Visitors“ gehen nur ins Internet, wenn sie schnell und aktuell praktische Informationen erhalten wollen. Beziehungen bauen sie erst in der Offline-Welt auf bevor sie sie im Social Web weiterpflegen.

Wertorientiert ist auch die neue Studie des Deutschen-Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), die mit dem Sinusmodell arbeitet. Die DIVSI-Studie legt eine Differenzierung der bundesdeutschen Bevölkerung in „Digital Outsiders“, „Digital Immigrants“ und „Digital Natives“ nahe. Sie gibt allerdings keine Auskunft darüber, ob sie bei der Auswahl der zusammenfassenden Beschreibung der Internet-Milieus auf die dargestellte Debatte rund um die Begrifflichkeiten Bezug nimmt oder nicht. Die drei Segmente bzw. die sieben Internetmilieus entstanden auf Basis von qualitativen, repräsentativen Interviews. Die Gruppen werden wie folgt gefasst:

Digital Outsiders (39 Prozent): Sie sind entweder offline oder verunsichert im Umgang mit dem Internet. Ausgehend von 72 Millionen Menschen in Deutschland ab 14 Jahren, stellt das Internet für 27 Millionen eine digitale Barriere vor einer Welt dar, von der sie sich ausgeschlossen fühlen.
Digital Immigrants (20 Prozent): Sie bewegen sich regelmäßig, aber sehr selektiv im Internet. Sie sind in der digitalen Welt nicht aufgewachsen und stehen vielen Entwicklungen sehr skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um das Thema Sicherheit und Datenschutz im Internet geht.
Digital Natives (41 Prozent): Für sie stellt die digitale Welt einen wesentlichen Teil des Lebens dar. Sie bewegen sich im Internet wie ein Fisch im Wasser – mit dem Lebensmotto „ich surfe also bin ich“. Sie stehen dem Internet sehr positiv gegenüber und sehen die fortschreitende Digitalisierung primär als persönliche Chance.“

Insgesamt ergibt sich für die Begrifflichkeiten ein mehr als unstimmiges Bild. Offenbar ist „Digital Native“ in der wissenschaftlichen Debatte weniger ein klar bestimmter Begriff als eine häufig verwendete Metapher, die eine gesellschaftliche Veränderung anzeigt. Jedenfalls scheint es gute Gründe zu geben, eine rein am Hineingeborensein ins digitale Zeitalter orientierte Definition des Begriffes nicht vorzunehmen, da dieses Kriterium alleine dem Phänomen nicht gerecht wird. Festzuhalten ist auch, dass es Forschungsbedarf rund um den Begriff der „Digital Natives“ gibt, gerade auch, weil dieser gesellschaftlich so populär verwendet wird.

Für die vorliegende Arbeit, die sich nicht ausschließlich mit Fragestellungen der Jugendpastoral beschäftigt und die in der grundsätzlichen Fragestellung auf wertorientierte Kommunikation abzielt, sind wertorientierte Ansätze der Begriffsbestimmung sinnvoller. Die DIVSI-Studie arbeitet mit dem Sinusmodell, das in der weiteren Folge dieser Untersuchung relevant ist und im folgenden Abschnitt genauer dargestellt wird, weil hier theologisch diskutierte Zielgruppenuntersuchungen für die Fragestellungen der Kirche und Glaubenskommunikation vorliegen. Aus diesem Grund verwende ich in der weiteren Diskussion den Begriff der „Digital Natives“ in der Fassung der DIVSI-Studie. Die von Peter Kruse vorgeschlagene und in der Argumentation sehr plausible Differenzierung findet sich dort in gewisser Weise auch wieder, weil es insgesamt sieben Internetmilieus gibt und die „Digital Natives“ noch einmal unterschieden werden. Das Milieu der „Digital Souveränen“ kommt vermutlich jener Gruppe, die Kruse „Digital Residents“ nennt in der Wertorientierung am nächsten. Ob das aber wirklich so ist, kann aber in diesem Rahmen nicht nachvollzogen werden, weil von Kruse nur sehr eingeschränkt Studienmaterialien öffentlich zugänglich vorliegen und der Abgleich zweier unterschiedlicher empirischer Forschungsansätze den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

(1) Vgl. Tronnier, Nemo, Rekonstruktion jugendlicher Erfahrungsräume im Internet, Norderstedt 2011, 5
(2) Ein prominenter Kritiker ist der Pädagogikprofessor Rolf Schulmeister, der verschiedene Studien zur Mediennutzung verglichen hat und daraus schlussfolgert, dass es keine Belege für eine andere Mediennutzung junger Menschen gibt. Vgl. Schulmeister, Rolf, Gibt es eine »Net Generation«?, Hamburg 2009

Foto Flickr CC by-sa Gideon Burton

Besser? Ich freue mich über weitere Rückmeldungen!

May 08 2012

Wie das Internet funktioniert

Der Verein Digitale Gesellschaft hat für EntscheidungsträgerInnen eine Broschüre erstellt, die helfen soll, das Internet und Internettechnologien zu verstehen.

Die Broschüre gibt es schon seit Jänner 2012, sie wurde durch eine spendenfinanzierte Kampagne an alle deutschen Abgeordneten in Landtagen, im Bundestag und im Europaparlament verschickt. Die Digitale Gesellschaft ist ein ehrenamtlich arbeitender Verein, der sich für bürgerrechts- und verbraucherfreundliche Netzpolitik stark macht.

Mein Eindruck ist, dass diese wirklich richtig gut gemacht Broschüre, auf für manche EntscheidungsträgerInnen in den Kirchen hilfreich sein kann. Diese sind ja auch oft Digital Immigrants oder haben gar nichts mit dem Internet am Hut. Darum möchte ich diese Broschüre hier empfehlen, vielleicht ist sie bei der einen oder anderen Gelegenheit brauchbar für die notwendigen Kommunikationsprozesse, die wohl allerorts anstehen. 

Digiges Wie Das Internet Funktioniert

Gefällt Dir diese Broschüre? Ist sie für Deine Arbeit brauchbar?

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Kind und iPad
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Flickr CC by flickingerbrad

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